Hund beatmen

Beim Sterben setzt zuerst die Atmung, dann der Herzschlag aus. Wenn wir Atembewegungen sehen, muss also das Herz schlagen, auch wenn wir den Puls/Herzschlag nicht finden.

Finden wir nur den Herzschlag und können keine Atembewegung feststellen, muss der Hund beatmet werden. Dazu zieht man die Zunge leicht vor und klemmt sie zwischen die Schneidezähne. Das Maul wird mit Hilfe der Lefzen luftdicht verschlossen und, je nach Größe des Hundes mit 1-2 Händen umfasst. Mit dem Mund umfasst man die Nase beatmet den Hund. Dabei muß der Kopf leicht nach vorne gestreckt werden, um die Atemwege möglichst frei zu halten. Man sitzt dabei vor dem Hund und kann so beim Beatmen die Brustwandbewegung beobachten. Zusammen mit dem Beatmungsdruck gibt diese Bewegung Auskunft über ein angemessenes Atemvolumen. Die Atemfrequenz sollt, je nach Größe des Tieres zwischen 10-20 Atemzügen pro Minute liegen. Größere Tiere haben eine niedrigere Frequenz.
Den Erfolg unserer Bemühungen können wir schnell an der sich vom lila-blau (cyanotisch) nach rosa verfärbenden unpigmentierten Mundschleimhaut sehen. Zwischendrin sollten wir, unter Beobachtung der Schleimhautfarbe, immer wieder eine Pause machen, die Herzfunktion überprüfen und beobachten, ob der Hund evtl. wieder selbständig atmet.

Wesentlich schlechter sind unsere Chancen, wenn wir bei unserem Patienten weder Atem- noch Herzbewegungen finden können. Durch Druck auf die unpigmentierte Mundschleimhaut können wir die Blutversorgung der äußeren Körperregionen feststellen. Bei dieser Probe leeren wir durch Druck auf die Schleimhaut die feinen Blutgefäße. Bei gutem Kreislaufzustand füllen diese sich in weniger als einer Sekunde (kapilläre Füllungszeit) wieder mit Blut und der weiße Fleck wird rosa. Dauert es länger als 2 Sekunden, wissen wir, dass sich das Tier in einem sehr schlechten Kreislaufzustand befindet und dringend Hilfe braucht.